Eine nachhaltige Energieerzeugung und Energieversorgung sowie eine effiziente Nutzung sind zentrale Hebel für mehr Klimaschutz – auch auf kommunaler Ebene. Kommunen verfügen hier über vielfältige Handlungsmöglichkeiten, um ihren Energieverbrauch effizienter zu gestalten, fossile Energieträger zu ersetzen und Treibhausgas- (THG-) Emissionen dauerhaft zu senken. Gleichzeitig tragen sie Verantwortung für eine sichere, bezahlbare und sozial gerechte Energieversorgung. Wir Neusässer GRÜNEN denken Energieerzeugung, Energieversorgung und Energieverbrauch immer auch in Verbindung mit (kommunalem) Klimaschutz als Querschnittsaufgabe mit hoher Priorität, die in allen Bereichen der Kommunalpolitik zu berücksichtigen ist. Wesentliche Ansatzpunkte sind hierbei ein wirtschaftlich sparsamer Einsatz von Energie, die Steigerung von Energieeffizienz sowie der konsequente Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energieträger. Um anders als bei den Lippenbekenntnissen der Bayerischen Staatsregierung oder im Bund endlich ins Machen zu kommen, haben wir GRÜNEN in Neusäß mit Initiativen und Anträgen bereits eine Reihe von Projekten angestoßen. Auf unsere Initiative oder durch unsere Aktivitäten sind die PV-Anlage auf dem Schachner Hof (Agenda 21), auf dem Haus der Musik, Steppacher GS und Schule am Eichenwald…) ins Rollen gekommen, genauso die Themen Carsharing, E-Ladestationen, etc, um Fortschritte in der städtischen Energie- und Klimapolitik zu erzielen. Es wurde inzwischen ein städtisches Energieteam eingerichtet, welches v.a. Strom- und Wärmeverbräuche sowie CO2-Emissionen städtischer Liegenschaften aufnimmt und darstellt. Dabei stellt die konsequente Betrachtung und Erfassung von Verbräuchen und Emissionen nur die Grundlage dar, um daraus konkrete Handlungsaufträge und Maßnahmen zu entwickeln. Wir werden auch weiterhin darauf hinarbeiten, auf Basis einer soliden Erfassung und Auswertung unserer kommunalen Daten die daraus maßgeschneiderten Aktionen in einen jährlich zu erstellenden Maßnahmenkatalog umzusetzen. Dabei fokussieren wir sowohl auf Vermeidung und – wo nicht möglich – Verminderung von THG-Emissionen als auch auf Möglichkeiten zur Kompensation unvermeidbarer Ausstöße.
Für frische nachhaltige Energie und Klimaschutz in Neusäß – unsere GRÜNEN Ziele:
Energieeffizienz als prioritärer Fokus:
Der effizienteste Klimaschutz beginnt mit der Reduktion des Energiebedarfs. Die Stadt Neusäß sollte daher Energieeffizienz als Grundprinzip ihrer kommunalen Energiepolitik fest verankern. Ein zentraler Ansatzpunkt sind kommunale Liegenschaften wie Verwaltungsgebäude, Schulen, Kitas und Sporthallen. Durch energetische Sanierungen – etwa bessere Dämmung, moderne Fenster, effiziente Heizungs- und Lüftungssysteme sowie LED-Beleuchtung – lassen sich erhebliche Energie- und Kosteneinsparungen erzielen, die auch der kommunalen Haushaltslage zuträglich sind. Ergänzend sollten Energiemanagementsysteme eingeführt werden, um Verbräuche kontinuierlich zu erfassen und zu analysieren. Auf dieser Grundlage lassen sich Ziele und Maßnahmen zur CO2-Reduktion identifizieren, mit denen Neusäß einen wirksamen Beitrag zum Erreichen der deutschen Treibhausgasminderungsziele im Klimaschutzgesetz des Bundes leisten kann.
Kommunale Förderung von Klimaschutz und energetischer Sanierung:
Die Stadt kann und soll einerseits eine Vorbildrolle bei eigenen Bauprojekten einnehmen, andererseits aber auch unterstützende Angebote und Maßnahmen zur Förderung von Energie- und Klimaschutzmaßnahmen im privaten und gewerblichen Bereich entwickeln. Beratungsangebote, kommunale Sanierungsfahrpläne, Förderprogramme oder Kooperationen mit lokalen/regionalen Energieagenturen helfen Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen, ihren Energieverbrauch zu senken. So berät die „Energiekarawane“ des Landkreises Augsburg bereits in ausgesuchten Quartieren Wohnungseigentümer*innen und Gewerbetreibende über energetische Gebäudesanierung mit ggf. beanspruchbaren Fördermöglichkeiten. Wir Neusässer GRÜNEN streben die Erstellung eines entsprechenden Förderkatalogs an, der einschlägige Planungs- und Beratungsdienstleistungen, die Umsetzung anspruchsvoller Energiestandards bei Neubauten, die energetische Sanierung von Altbauten, sowie Einzelmaßnahmen zur solaren Strom- und Wärmegewinnung, Batteriespeicher oder Wärmepumpen beinhaltet.
Integrierte Klimaschutz- und Energiekonzepte mit Sektorenkopplung:
Eine nachhaltige Energieversorgung erfordert zudem intelligente Strukturen. Der Einsatz von Stromspeichern und digitalen Steuerungssystemen ermöglicht es, erneuerbare Energien effizient zu integrieren. Batteriespeicher, Quartiersspeicher oder Power-to-Heat-Anlagen (Umwandlung von Elektrizität in Wärme) können Überschüsse aus Wind- und Solarstrom nutzbar machen und zur Stabilisierung des Energiesystems beitragen. Die sogenannte Sektorenkopplung – also die Verknüpfung von Strom, Wärme und Mobilität – eröffnet zusätzliche Potenziale zur Emissionsminderung. Beispielsweise kann überschüssiger erneuerbarer Strom für Wärmepumpen oder die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität genutzt werden. Bei all seinen kommunalen (Energie- und Infrastruktur-) Projekten kann und soll Neusäß seine Entscheidungen vor dem Hintergrund der Klimarelevanz prüfen („kommunale Klimachecks“). So sollte bereits im Zuge der kommunalen Beschaffung (Ankauf von Produkten oder Dienstleistungen) ein Ausschreibungskriterium die sogenannte „Klimawirksamkeit“ sein, und dementsprechend klimaschonendere Angebote eine bessere Bewertung erhalten, um die Reduzierung von Treibhausgasen gezielt zu fördern.
Substitution fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien als Teil einer strategischen kommunalen Energie- und Wärmeplanung:
Parallel zur Effizienzsteigerung ist der konsequente Ersatz fossiler Energieträger durch erneuerbare Energiequellen notwendig. Photovoltaikanlagen auf den kommunalen Dächern von Neusäß, Solarthermie zur Warmwasserbereitung, Wärmepumpen sowie der Einsatz von Biomasse aus nachhaltiger Herkunft (z.B. Holz, Pflanzenreste, Bioabfälle) sind bewährte Instrumente. Ein besonders wirkungsvoller Ansatz stellt der Ausbau erneuerbarer Energien auf kommunaler Ebene durch Bürgerenergieprojekte dar. Energiegenossenschaften oder Beteiligungsmodelle ermöglichen es der heimischen Bevölkerung, sich finanziell und ideell an Windkraft-, Solar- oder Nahwärmeprojekten zu beteiligen. Dies erhöht die Akzeptanz, stärkt die lokale Wertschöpfung und beschleunigt die Energiewende vor Ort. Im Wärmesektor spielen kommunale Wärmepläne eine wichtige Rolle. Sie helfen, geeignete Gebiete für Nah- und Fernwärmenetze, Geo- und Gewässerthermie oder Abwärmenutzung zu identifizieren. Die Stadt Neusäß bezieht inzwischen auf unseren GRÜNEN Antrag hin für ihre Liegenschaften zu einem großen Anteil Strom aus erneuerbaren Energieträgern (von Ökostrom-Anbietern). Wo die Voraussetzungen günstig sind, soll aufbauend auf dem Energienutzungsplan der Stadt Neusäß in Zukunft verstärkt auf die Nutzung von Umgebungs- und Abwärme in Form von Nah- und Fernwärme zur Versorgung von (Wohn-) Gebäuden setzen. In Neusäß wurde das Potential von Nahwärme erstmals genutzt mit der Versorgung der Wohngebäude des Sailer-Areals über eine Nahwärmeleitung aus dem nahe gelegenen Uniklinikum. Fernwärmeleitungen der Stadtwerke Augsburg kamen im Nachgang von Süden ins Stadtgebiet Neusäß und werden sukzessive bei den verschiedenen Großprojekten wie Schusterareal, Schulzentrum genutzt, aber auch Neusässer Haushalten zur Verfügung gestellt. Eine weitere Fernwärmeleitung soll von Nordosten ins Stadtgebiet Neusäß kommend verwirklicht werden.
Minderung und Kompensation von THG-Emissionen:
Ziel kommunaler Energie- und Klimaschutzkonzepte sollte eine weitgehende Reduktion der THG (Treibhausgas)-Emissionen sein. Dennoch lassen sich bestimmte Emissionen, etwa aus Bauprozessen, dem kommunalen Fuhrpark oder manchen gewerblichen Tätigkeiten kurzfristig nicht immer vollständig vermeiden. Für diese verbleibenden Emissionen ist eine verantwortungsvolle Kompensation sinnvoll, und kann gezielt geplant und platziert auch der landschaftlichen Attraktivität und menschlichen Naherholung einer Kommune dienen, beispielsweise durch Aufforstungs- oder Moorrenaturierungs-Projekte. Auch der Erlass einer städtischen Baumschutzverordnung, wie schon mehrfach von den Neusässer GRÜNEN beantragt, kann hier in Neusäß einen Beitrag leisten. So sollten Bäume ab einer gewissen Größe (Stammumfang) nicht allein wegen ihres Stadt- und ortsbildprägenden Charakters, sondern auch aufgrund ihres Beitrags zu Stadtklima als Schatten- und Feuchtigkeitsspender, ihren Funktionen für die CO2-und (Fein-)Staub-Bindung zur Luftfiltration, als Sauerstofflieferant und Schallschutz und nicht zuletzt als Hort für die Artenvielfalt geschützt werden. Fällungen sollen nur bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen und mit gemeindlicher Zustimmung vorgenommen werden dürfen und durch Neupflanzungen an geeigneter Stelle ausgeglichen werden. Im Gegenzug soll sich die Stadt verpflichten, betroffenen Eigentümer*innen Beratung und Unterstützung bei der Pflege großer Bäume anzubieten sowie Konzepte zur Vermeidung von Fällungen und für größere Ausgleichsmaßnahmen zu erarbeiten. Wichtig im Zusammenhang mit Kompensationsmaßnahmen ist uns Neusässer GRÜNEN, dass diese stets als ergänzende Maßnahme verstanden werden und nicht als Ersatz für echte Emissionsminderungen vor Ort. Transparenz und klare Kriterien sichern dabei Glaubwürdigkeit und Akzeptanz.
Diesen Weg des schrittweisen Ersatzes fossiler Energieträger und der Steigerung kommunaler Energieeffizienz zugunsten von mehr Klimaschutz und einer sicheren nachhaltigen Energieversorgung erfordert klare politische Zielsetzungen, langfristige Strategien und eine breite Beteiligung. Kommunale Klimaschutz- und Energiekonzepte sollten messbare Ziele, Zeitpläne und Verantwortlichkeiten benennen. Auch dies wird seit Jahren von den Neusässer GRÜNEN gefordert! Gleichzeitig ist die Einbindung der Neusässer Bürgerschaft, der lokalen Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren entscheidend, um Wissen zu bündeln und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Wir GRÜNE sind bereit, konsequent und gemeinsam mit allen „Willigen“ diesen Pfad weiterzugehen, denn eine nachhaltige kommunale Energieerzeugung und -versorgung ist nicht nur ökologisch notwendig, sondern bietet auch ökonomische Chancen und stärkt die Lebensqualität hier – mitten im schönen Neusäß!