Neusäß ist als Wohnort begehrt, daher braucht es ein modernes, klimafreundliches Verkehrskonzept für nachhaltiges Wachstum und attraktive Stadtentwicklung. Die knappen und begehrten Flächen müssen für alle sicher nutzbar sein. Das bedeutet konkret neue oder ausgebaute Radwege, beispielsweise entlang der Umgehungsstraße, ein (nahezu) autofreies Schulzentrum, eine Fahrradstraße zwischen Schulzentrum und Bahnhof, sichere, barrierefreie Straßenquerungen und perspektivisch die Anbindung an die Straßenbahn.
Die zu erwartenden Veränderungen beim AVV muss Neusäß aktiv mitgestalten und sinnvolle Ergänzungen einbringen, beispielsweise eine alternative Route der Linie 506 über Hainhofen/Westheim. Der Bau der neuen Uniklinik ist eine riesige Chance, diese Veränderungen anzugehen.
Verkehrskonzept für Neusäß
Die Anforderungen, die an eine zukunftsfähige Mobilität zu stellen sind, betreffen im Wesentlichen drei Bereiche:
- Der Verkehrsfluss und somit Minimierung von Engpässen und Staus, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer*innen und einem optimierten Übergang zwischen den Verkehrsmitteln
- Die Reduktion der Umwelt- und Klimaauswirkungen des Verkehrs, also vor allem die Emissionen von CO2, Abgasen, Feinstaub und Lärm, sowie der Flächen- und Ressourcenverbrauch.
- Die Sicherheit, sowohl im Individual- als auch im öffentlichen Verkehr
Wir GRÜNE in Neusäß wollen alle drei Ziele im Blick haben. Mobilität ist ein Grundrecht und gilt für alle Menschen, vom Kind bis zu den Senior*innen und für Menschen mit Beeinträchtigungen. Eine Gesellschaft misst sich auch daran, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht. Im Verkehrsbereich sind das die Menschen, die sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen.
Wir GRÜNE wollen für Neusäß
- Fußwege, eine Stadt der kurzen Wege und der Barrierefreiheit. Gehwege müssen ein „geschützter“ Raum für die Fußgänger*innen sein. Fußwegbreiten, dem Aufkommen gemäß angelegt, barrierefrei, gepflegt und belichtet, sollten selbstverständlich sein.
- Fahrradwege, die schnelles Fortkommen ermöglichen, sicher, breit, gut gekennzeichnet und Vorfahrtstreifen an Kreuzungen. Dabei sind die Radfahrenden vor rechts- und linksabbiegenden Kraftfahrzeugen besonders zu schützen. Das Fahrradwegenetz muss ergänzt und Fahrradschnellwege müssen zielführend ausgebaut werden, z.B. zu Zielen wie Schulen, Titania und den Bahnhöfen.
- Ein (nahezu) autofreies Schulzentrum, das nur noch Berechtigte, Schulbusse und natürlich Rettungskräfte befahren dürfen. Hol- und Bringverkehr, sowie Parken wird nur noch am Rand möglich sein, der Durchgangsverkehr ist nicht möglich.
- eine Fahrradstraße zwischen Schulzentrum und Bahnhof, welche den Autoverkehr durch die Unterführung an der Remboldstraße / Landrat-Doktor-Frey-Straße zwar möglich macht, aber den Fahrradverkehr bevorzugt
- Busverbindungen, die zu einer bestimmten Zeit bzw. in einem bestimmten Takt verkehren, mit Linien, die zu attraktiven Zielen und Umsteigepunkten mit Bus, Tram und Bahn führen. Innerortsverbindungen, die die Ortsteile verbinden und sich beispielsweise kleeblattförmig in der Stadtmitte oder dem Handelszentrum treffen, wären eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden AVV Netz. Eine durchgehende Taktung ist hierbei wichtiger als Ihre Häufigkeit.
- Die durch die Veränderungen beim AAV vermutlich noch weiter abgehängten Ortsteile Hainhofen, Schlipsheim und Täfertingen müssen attraktive Alternativen bekommen, wie beispielsweise den AVV Aktivo und eine alternative Route der Linie 506 über Hainhofen/Westheim. Die Linienführung der Linie 503 während der Sperrung der Von-Rehlingen-Straße im Jahr 2025 hat gezeigt, dass eine Buslinie über den Kobelgraben anstelle des Sandberges möglich ist.
- Die Anbindung an die Augsburger Straßenbahn ist weiterhin anzustreben und es sind keine Fakten zu schaffen, die dieses Ziel erschweren, beispielsweise bei den Planungen des ABB / AMServ Areals an der Oskar-von-Miller-Straße.
- Der Bau der neuen Uniklinik ist eine riesige Chance, diese Veränderungen anzugehen. Die GRÜNEN Neusäß befürworten den Neubau auf dem so genannten Baufeld Ost (derzeitiger Parkplatz der Uniklinik), da diese Variante die geringere Infrastruktur- und Umweltbelastung für Neusäß bedeutet. Sollte jedoch das Baufeld West zum Tragen kommen ist auf eine minimale Belastung für Neusäß zu achten, auch schon während der langjährigen Bauphase. Die Steppacher Straße am Fuße des Kobels und die Westheimer Straße sind vom Baustellenverkehr freizuhalten.
- Eine Optimierung des Bahnhofs Westheim und des Haltepunkts Neusäß, v.a. hinsichtlich Barrierefreiheit und Sicherheit, aber auch im Hinblick auf optische Aufwertung und Aufenthaltsqualität.
- Ein Konzept zur Entwicklung eines Neusässer Bahnhofs muss erstellt werden. Hier darf nicht nur auf die Deutsche Bahn gewartet werden, sondern die Stadt Neusäß sollte selbst aktiv werden.
- Entsprechende geschützte Fahrradabstelleinrichtungen sind zeitnah und in ausreichender Menge zu errichten, Bestehende zu erweitern.
- Buswartehäuschen mit entsprechender Beleuchtung und Fahrradständern müssen selbstverständlich sein.
- Tempo 30 in allen Wohngebieten mit den dafür notwendigen Geschwindigkeitskontrollen. Dort wo sinnvoll und möglich sind die Aufhebungen der Tempo 30 Beschränkungen wieder zurückzunehmen, beispielsweise an Lückenschlüssen oder gefährlichen / unübersichtlichen Kreuzungen.
- E-Ladeinfrastruktur für Elektro- und Hybridfahrzeuge ausbauen. Dabei haben wir nicht nur Park & Ride Plätze und Parkplätze vor Einkaufszentren und Freizeitanlagen (Titania) im Blick sondern auch die zugehörige regenerative Stromerzeugung, die es auf kommunalen wie privaten Gebäuden zu fördern gilt.
- E-Autos und E-Bikes für den städtischen Fuhrpark verstärkt anschaffen. Wir sehen die Stadt hier in der Pflicht auch im Hinblick auf ihre Vorbildfunktion.
- Carsharing– Angebote verstärken. Die bisher vorhandenen Carsharing-Stellplätze können nur ein Anfang sein. Carsharing-Stellplätze sollen auch in Gebieten mit hoher Wohndichte gefördert werden, da sie (Zweit-) Autos von Anwohnenden leichter verzichtbar machen.