Bezahlbares Wohnen für alle
Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen und ist dadurch ein Grundrecht. Das Wohnen muss daher für alle Einkommensschichten bezahlbar und verwirklichbar sein.
Durch die Nähe zur Stadt Augsburg, zur Uniklinik und zu München ist Neusäß eine höchst attraktive Stadt zum Wohnen geworden. Allesamt bieten nicht nur attraktive Arbeitsplätze, sondern auch Zugang zu Kultur und Freizeitmöglichkeiten. Der Zuzug zu Neusäß hält deshalb an und treibt die Preise für Wohnraum in die Höhe.
Demgegenüber stehen aber auch noch die Erwartungen alteingesessener Neusässer*innen, hier ihren Lebensabend verbringen zu können, und auch die Erwartungen junger Neusässer*innen, in ihrem Heimatort Familien gründen und „zuhause“ wohnen bleiben zu können. Und das zu realistischen, nicht überzogenen Preisen.
Für ALLE, ob reich oder arm, ob alt oder jung, ob städtisch oder ländlich geprägt, soll Wohnen in Neusäß möglich sein.
Von Seiten vieler Menschen, auch unserer Partei, kommt aber auch noch die Forderung, dass keine Flächen als Baugrund neu versiegelt werden und dass die wertvollen Naturgebiete rund um Neusäß unangetastet bleiben sollen.
All diese Wünsche und Bedürfnissen sind legitim und nachvollziehbar.
Eine einfache Lösung des Problems bietet sich nicht an.
Nur eine Verbindung und Verknüpfung der verschiedenen Bedarfe, ein kluges „Wohnraum“ Management und eine konsequente Reglementierung im Umgang mit Natur- und Kulturlandschaft, bieten eine Lösung.
Wir GRÜNE stehen ein für:
- Sozial geförderten Wohnraum mit mindestens 30% an mietpreisgebundenen Wohnungen im Geschoßwohnungsbau und größeren Wohnbauprojekten
- Keine großflächigen Neubaugebiete; zwar kann nicht jeder Flächenverbrauch bei einer wachsenden Stadt verhindert werden, aber er kann minimiert werden. Durch die Rückführung des ausufernden Flächenverbrauchs auf ein verträgliches Maß, können die Stadt- und Ortskerne lebendig bleiben, die schöne Kulturlandschaft erhalten bleiben und trotzdem genug Raum für den Bau von Wohnungen und Gewerbe geschaffen werden, etwa durch das Überplanen großflächiger Parkplätze und Aufstocken von Flachbauten.
- Wohnmöglichkeiten entwickeln bzw. nutzen:
- Nachverdichtungspotentiale realisieren, mit konsequenter Beachtung des Grundsatzes Innen- vor Außenentwicklung. Freie Grundstücke bieten Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung.
- Leerstandsmanagement, damit lassen sich in enger Abstimmung mit den Eigentümern Flächen im Ortsinneren für die zukünftige Stadtentwicklung nutzen.
- Ausbau/Sanierung von Bestandsgebäuden
- Mischgebiete und „Urbanes Wohnen“ entwickeln durch mittelfristige Umwandlung des z. B. zentralen Gewerbegebiets Neusäß-Mitte in sogenannte urbane Gebiete. Dies bedeutet, dass Wohnen und emissionsarmes Arbeiten nebeneinander möglich werden. Neusäß bietet ideale Voraussetzungen für neues Gewerbe im medizintechnischen, wissenschaftlichen und dienstleisterischen Umfeld. Diese Chancen wollen wir ergreifen.
- Strategischer Erwerb von Grundstücken für Wohnraum- und Gewerbenutzung
- Alternative Wohnformen, die andernorts schon bestens bewährt sind, wie Mehrgenerationenhäuser, (Senioren-) Hausgemeinschaften u. ä. Nicht nur, dass diese innovativen Wohnformen für viele ältere Mitbürger immer attraktiver werden, sie ermöglichen auch, große und familiengerechte Wohnungen bzw. Häuser dem Wohnungsmarkt zuzuführen und so zu einer Entlastung auf dem Wohnungsmarkt gerade für junge Familien beizutragen. Dazu gehören auch:
- Quartierskonzepte
- Seniorenhausgemeinschaften,
- Seniorengenossenschaften, generationsübergreifendes Wohnen
- Betreutes Wohnen zu Hause