Der Wald ist im Wandel, mehr Artenvielfalt, weniger Fichten
Wie geht es unserem Wald? Dieser Frage gingen auf Einladung der Neusässer GRÜNEN etwa 30 Interessierte bei einer fachkundig geführten Wanderung durch das Spitalholz nach.
Bei leichtem Schneefall und kalten Temperaturen begrüßten Ulla Schwinge-Haines, Vorsitzende der Grünen Stadtratsfraktion in Neusäß und Felix Senner, Kreisrat und Grüner Landratskandidat die Wandergruppe.
Dass die Antwort auf die Frage, wie es unserem Wald geht facettenreich ist, erfuhr die buntgemischte Gruppe auf der ca. 90-minütigen Wanderung durch das Spitalholz.
So erläuterte Ralf Gang, Neusässer Grünes Mitglied und Forstwissenschaftler, dass die Fichtenmonokultur immer mehr einer gesunden Mischung aus Pionier- und ersten Höhepunktbaumarten weicht. Denn trotz der guten Bodenqualität und relativ zu anderen Gebieten ausreichenden Niederschlägen leiden die Fichten zunehmend unter dem Klimawandel. Trockenheit, Borkenkäfer und der Sturm 2013 haben ihren Teil dazu beigetragen. Entsprechend sei die Fichte durch die Naturverjüngung der bereits vorhandenen Baumarten Eiche, Buche und Kiefer, aber auch Tanne, Birke und Bergahorn massiv zurückgedrängt worden. Auch neue Baumarten wie die Esskastanie sind nun zu finden. All diese Bäume kommen mit den sich verändernden Klimaänderungen besser zurecht.
„In den zum Teil über 120 Jahre alten Laubholzabschnitten wird inzwischen das stehende und liegende Totholz konsequent im Wald belassen. Das gibt Lebensraum für viele Tierarten wie etwa dem Siebenschläfer und höhlenbrütenden Vogelarten wie dem Specht“, so Gang weiter. Sein Fazit: Der Wald ist im Wandel und auf einem guten Weg!
Zur Sprache kam auch die Problematik ehemals illegaler Mountainbiketrails die durch diesen Wald liefen. Dank des großen Einsatzes des damaligen Försters und der Bereitschaft aller Beteiligten, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen um tragfähige Lösungen zu finden gibt es heute (fast) keine Probleme mehr zwischen den verschiedenen Interessengruppen.