Bereits am 30.09.2020 hatte unsere Fraktion einen Antrag zum Thema „legales Graffiti in Neusäß“
gestellt. Daraufhin wurde im Planungs- und Umweltausschuss einstimmig beschlossen dem Antrag zu
folgen und nach Flächen in unserem Stadtgebiet zu suchen, die dafür geeignet sind. Seither ruht
dieses Thema. Nach unserer Kenntnis wurde niemals eine Fläche diesbezüglich bekannt gemacht.
Aus aktuellem Anlass greifen wir dieses Thema erneut auf.
Zum einen, weil in der Bahnunterführung Landrat Dr. Frey Straße neue große Graffitis erneut den
Wunsch vermutlich junger Menschen ausdrückt, sich in dieser Weise künstlerisch ausprobieren und
ausdrücken zu wollen.
Des Weiteren wurde dieses Thema auch im Schul- und Kulturausschuss des Kreistages aufgegriffen.
Der Initiator des Vereins „Die Bunten“ stellte seine engagierte Arbeit im Ausschuss vor. Städte
unserer Umgebung z.B. Friedberg haben sich dieser Initiative angeschlossen und bereits
Möglichkeiten geschaffen, Jugendlichen aus der illegalen Sprayerszene durch ein gut organisiertes
Angebot freier Wände ein kreatives Hobby ermöglichen zu können, das legal und in Ruhe ausgeübt
werden kann.
Die Bunten e.V. haben ein 3-Säulen-Konzept erarbeitet für einen besseren Umgang mit Graffiti:
- Verständnis fördern in der Bevölkerung für Künstlerinnen und Künstler
- Prävention
- Jugendkultur fördern
Mit dem Zielen:
- Zeichen der Akzeptanz
- Mehr Heimatverbundenheit
- Steigerung des Wohlbefindens der Jugendlichen
- weniger sinnlose Zerstörung (menschlich und materiell)
Das Projekt Schwabenwand ist eine Initiative der Stadt Augsburg und des Vereins die Bunten e.V.
„Schwabenwände“ sind Freiflächen für Graffiti in Augsburg und Umgebung. Dort ist es erlaubt, unter
Einhaltung der untenstehenden sechs Regeln, Wände zu bemalen. Wege für die Fußgänger etc. sind
freizuhalten. Alle Konflikte vor Ort werden mit Worten gelöst.
Für diese Graffitiflächen gelten folgende Regeln:
Haftung, Materialkosten und Urheberrecht sind Sache der Kunstschaffende.
- Der Bestand der Kunstwerke wird nicht garantiert.
- Leere Spraydosen und sonstige Materialien sind in den extra zur Verfügung gestellten
Behältnissen zu entsorgen oder mitzunehmen. - Lampen und zugehörige Leitungen, Boden, Decke und Straßenschilder dürfen nicht besprüht
oder bemalt werden. - Bilder, die sich gegen die Menschenwürde sowie demokratische Werte richten, sind nicht
zulässig. - Gegenseitiger Respekt – auch gegenüber anderen Formen der Malerei – ist Voraussetzung.
Zusatz: Lampen, Boden und Decken sowie Straßenbeschilderung sind tabu.
Die geschaffenen Bilder werden immer wieder vom nächsten Künstler / der nächsten Künstlerin
übermalt und nach geraumer Zeit die Farbschichten wieder entfernt. Dies ist zwar mit Kosten
verbunden, dadurch bleibt aber die Anzahl der benötigten Flächen in überschaubarem Rahmen.
Trennen muss man hiervon die dauerhafte Gestaltung von Flächen durch Künstler_innen,
Schulprojekte oder andere.
Der Mitinitiator des Vereins „die Bunten“ Florian Tröster hat sich auf unsere Nachfrage bereit erklärt,
sein Projekt auch in unserem Stadtrat oder Ausschuss vorzustellen.
Deshalb beantragen wir:
- dass Herr Daniel Tröster zur Vorstellung seines Projekts in den Stadtrat oder zuständigen
Ausschuss (KBSSA) eingeladen wird. - dass der Stadtrat Überlegungen anstellt, Flächen zu finden, die „genehmigt“ Sprayern zur
Verfügung gestellt werden können. - dass benötigte finanzielle Mittel in den Haushalt 2025 eingestellt werden